Montag, 26. September 2011

Die Abenteuer von Tim und Struppi - Helden meiner Kindheit

Heute und die folgenden Tage möchte ich etwas detailierter auf einen Helden meiner Kindheit eingehen, einen unerschrockenen Reporter, den man nur unter dem Namen "Tim" kennt, zumindest im deutschsprachigen Raum. Im Original heißt er "Tintin". Er ist der Hauptheld einer Comicreihe, die der belgische Zeichner Georges Remi erfunden hat.

Meine erste Begegnung mit Tim fand in den 1970er Jahren statt. Seine Abenteuer wurden (und werden) in Deutschland in großformatigen, farbigen Alben verlegt und sind damit bestens dafür geeignet, in eine andere Welt einzutauchen. Tim wurde - neben Asterix - einer meiner großen Kindheitshelden, der mich nachhaltig beeindruckt hat. Er handelte immer nach hohen Idealen, half den Schwachen und Freundschaft und Loyalität waren ihm sehr wichtig. Als ich mein erstes "Tim"-Abenteuer las, war der Serie in gedruckter Form allerdings leider keine Zukunft mehr beschert, da Remi starb, bevor er eine neue Geschichte beenden konnte.

Tims Abenteuer waren nicht nur kurzweilig, sie vermittelten auch etwas. Ich, der Leser, wurde auf Reisen in ferne Länder mitgenommen und durfte erleben, wie der Reporter gegen das Böse kämpfte. Auf diese Weise haben mir die Geschichten auch über so manche Krankheit hinweg geholfen. In einem meiner Alben sind sogar noch Blutspuren zu finden - zu der Zeit, da ich es bekam, verlor ich gerade meine Milchzähne.

Ich kann es nicht anders sagen, Tim wurde so eine Art Vorbild für mich. Das lag ganz in der Absicht des Erfinders, Georges Prosper Remi, Künstlername “Hergé” (der französischen Aussprache seiner umgedrehten Initialen “R.G.” nachempfunden). Er wurde am 22. Mai 1907 in Etterbeek bei Brüssel geboren und wäre damit in diesem Jahr 104 Jahre alt geworden. Mit seiner Arbeit beeinflusste er den europäischen Comic-Stil wie kein Zweiter. Sein Ruhm ging so weit, dass eine belgische Tageszeitung zu Ehren von ihm und seinem Werk zu einem Jahrestag der Tim-Abenteuer in der ganzen Ausgabe kein einziges Photo veröffentliche, sondern ausnahmslos alle Artikel mit Bildern aus den Tim-und-Struppi-Alben versah.

Die Geschichten von Tim und Struppi, deren Originaltitel nur eine der Hauptfiguren erwähnt, nämlich “Tintin” (Tim), berichten von den Abenteuern eines Reporters. Während in den ersten Alben dann auch Tims Recherchen für Reportagen zu dessen Abenteuern führen, klopft in den späteren Werken das Abenteuer selbst an die Tür. Womit sich Tim hier den Lebensunterhalt verdient, wird nicht ausgeführt, aber vielleicht schreibt er ja immer noch eine Kolumne. Das erste Abenteuer “Tim bei den Sowjets” begann am 10. Januar 1929 in der Zeitschrift “Le Petit Vingtième”, einer Beilage für Kinder zur belgischen Tageszeitung “Le XXe Siècle” (Deutsch: “Das 20. Jahrhundert”). Tim wurde so erfolgreich, dass noch 23 Abenteuer folgten, bevor die Karriere des Reporters am 3. März 1983 mit dem Tod ihres Erfinders ein jähes Ende fand und ein unvollendetes Abenteuer zurückließ: “Tim und die Alpha-Kunst” (Original: “Tintin et l’Alph-Art”).
Remi verfügte Testamentarisch, dass die Reihe ohne ihn nicht fortgeführt werden dürfte. Damit kamen keine neuen Abenteuer nach. Lediglich die bekannten Geschichten wurden in Filmen, einer Fernsehserie und diversen Hörspielreihen nacherzählt. Dieses Jahr allerdings wird es eine Art "Neuanfang" geben: In knapp einem Monat kommt der neue Film "Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn" in die Kinos. Das ist der Auslöser für mich, einen Blick auf diese Reihe zu werfen, die mich so nachhaltig beeinflusst hat. Wenn Sie "Tim und Struppi" noch nicht kennen, folgen Sie einfach meinen Ausführungen - und vielleicht erkennen Sie, was mich so beeindruckt hat.

Ab heute erscheint bis zur Premiere des neuen Films jeden Tag ein neuer Artikel, der sich einer Geschichte aus der Reihe "Tim und Struppi" widment. Morgen geht es los mit dem allerersten: "Tim im Lande der Sowjets".

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